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Grattis Sven Nordqvist!

Aktualisiert: vor 10 Stunden

Der Schöpfer von Petterson und Findus wird 80 Jahre alt


©Lottie Winnerhed
©Lottie Winnerhed

In Schweden ist am 30. April ein Mann 80 Jahre alt geworden, der für mich mindestens den gleichen Rang hat wie der zeitgleich geborene schwedische König: Sven Nordqvist. Meist bekannt als kreativer Vater von „Petterson und Findus“ und Illustrator von „Mama Muh“ (Text Jujja Wieslander) ist Nordqvist seit Mitte der 1980er Jahre als Illustrator aktiv und hat heute ein vielfach ausgezeichnetes Werk vorzuweisen, dessen künstlerische Spannweite deutlich über die bekanntesten Bücher hinaus geht.



Dabei begeistern Petterson und Findus nicht umsonst seit mittlerweile Generationen ihre kleinen und großen Leser*innen. Der eigenwillige und warmherzige Alte und sein sprechender Kater in ihrer ländlichen schwedischen Idylle sind nicht nur von den üblichen Nachbarn umgeben sondern vor allem von kaffetrinkenden Hühnern und Mucklas, die jeden Winkel bevölkern und die große Welt durch ihre Tätigkeiten im Kleinen kommentieren. Die Geschichten bringen so Vieles mit, an das Kinder wie Erwachsene anknüpfen können, dass es nicht verwundert, wie sehr sie geliebt werden. Denn nicht zuletzt erinnern manche Auseinandersetzungen an das Leben Erwachsener mit einem quicklebendingen Kleinkind, was laut Nordqvist in etlichen Interviews nicht nur Zufall ist; sieht er doch viele Züge von sich in Petterson und viel der fröhlichen Energie seines älteren Sohnes in Findus.


Der in Helsingborg geborene Nordqvist entdeckte und etablierte früh das Zeichnen als „sein Ding“, arbeitete am eigenen Stil, nahm bereits mit 12 Jahren an Fortbildungen teil und ließ sich auch nach der Ablehnung an der Kunsthochschule und einer vorläufigen Entscheidung für den Werdegang des Architekten nicht den Wunsch nehmen, als Illustrator zu arbeiten. Schließlich war es ein gewonnener Wettbewerb, der die Tür zur Arbeit als Illustrator öffnete. Nordqvist selbst beschreibt sich oft als Einzelgänger und verweist, auch jetzt im Alter, darauf, wie gern er mit sich allein ist – eine Eigenschaft, die er mit Petterson teilt. Doch wünschte Nordqvist sich einen Gesprächspartner für den Alten: "Also gab ich ihm den Kater".


Typisch für Nordqvist sind die vielen Details, die ein fast Wimmelbild-ähnliches Betrachten hervorrufen und Lesende stets noch etwas Neues entdecken lassen. Nordqvists Bilder sind Welten voller eigener Gesetze und blitzender Ideen, in denen Größenverhältnisse umgeschubst und verschoben werden und Elemente der Überspitzung eine Atmosphäre der Absurdität schaffen. Hier treten sie mit ihren Anklängen an Karikaturen der Zeitschrift Mad oder ihrer wilden grotesken Anarchie, die an Monty Python erinnert, in große Fußstapfen, die sie durchweg ausfüllen. Insbesondere die deutlich später erschienenen Bücher „Der Weg nach Hause“ (2023) und „Wo ist meine Schwester“ (2008) zeigen das volle Spektrum von Nordqvists Können und verdienen es, mit Muße betrachtet zu werden.


Kurz: Aus der Welt der Illustration und der Kinderbücher ist Sven Nordqvist nicht mehr wegzudenken! Hoffentlich fühlt er sich weiterhin jung und hat noch viel Gelegenheit zum Zeichnen. In diesem Sinne: Grattis!


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