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„Der Goldkäfer“ – der wichtigste Filmpreis Schwedens

Der Guldbaggen ist Schwedens wichtigster Filmpreis, das Pendant zum Oskar oder dem Goldenen Bären. Er wird seit 1964 vom Schwedischen Filminstitut für herausragende Beiträge zum schwedischen Film im vergangenen Jahr verliehen. Die Anerkennung der Kunst des Filmemachens steht immer im Mittelpunkt, die Guldbagge-Gala ist eine Gelegenheit, die kreative Vielfalt und den künstlerischen Reichtum von schwedischen Filmen zu feiern.


Die Gala findet jedes Jahr im Januar statt und wird auch im schwedischen Fernsehen übertragen. Es ist eine große Veranstaltung, bei der die gesamte Filmelite Schwedens versammelt wird. Der Guldbaggen hat nicht nur eine herausragende Bedeutung für die schwedische Filmindustrie, sondern ist auch ein kulturelles Highlight im Jahreskalender.


Einer der ersten Gewinner war der berühmte Regisseur Ingmar Bergman. Das Design der Preise wurde vom Künstler Karl Axel Pehrson gestaltet, mit der Erklärung: „Der goldglänzende Rosenkäfer fliegt im Sommer meist im Sonnenschein. Er schimmert fast wie ein Filmstreifen, wenn er vorbeifliegt. Einige seiner Verhaltens- und Lebensweisen mögen durchaus mit denen des Films übereinstimmen“.



Es gibt achtzehn verschiedene Filmkategorien, in denen Preisen vergeben werden. Nicht nur werden Preise für den besten Film und den besten Schauspieler bzw. Schauspielerin vergeben, sondern auch für die beste Regie, die beste Originalmusik und den besten Dokumentarfilm.


2024 hat der Film „Syndabocken“ (Der Sündenbock) Furore gemacht, als er in sieben von neun nominierten Kategorien gewonnen hat. Das ist ein neuer Rekord, kein Film wurde bisher mit so vielen Guldbaggen ausgezeichnet. Der Film spielt auf Malta und dreht sich um den Betrüger Dimman, der überraschend die Hochzeit seines alten Freundes besucht. Fragen über Schuld, Flucht und Vergebung kommen an die Oberfläche. "Syndabocken" hat u.a. Preise für den besten Schauspieler, die beste Regie und die beste Kameraführung gewonnen.






Der Preis für den besten Film wurde an "Paradiset brinner" (Das Paradies brennt) ausgezeichnet. Der Film handelt von drei Schwestern, die nach dem Verschwinden ihrer Mutter alleingelassen werden. Das Leben ist wild und sorglos, lebhaft und anarchisch, bis das Sozialamt Unheil wittert und das Leben sich für immer verändert.





Der Ehrenpreis der „Hedersguldbagge“ wird seit 2001 an Personen vergeben, die lange erfolgreich in der schwedischen Filmbranche gearbeitet haben. In diesem Jahr hat die Schauspielerin Marie Göranzon diesen Preis für ihre seit sieben Jahrzehnten beeindruckenden Charakterdarstellungen gewonnen. Andere in Schweden bekannte frühere Gewinner sind die Regisseurin Suzanne Osten, der Schauspieler Björn Gustafsson und die Schauspielerin Liv Ullman.






Jedes Jahr werden auch zwei Sonderpreise vergeben, der „Gullspira“ und der Publikumspreis. Der "Gullspira" - eine Ziegenstatuette mit einem Goldene Glöckchen um den Hals - wird an eine Person verliehen, die sich besonders für die Qualität und den Erfolg schwedischer Kinder- und Jugendfilm eingesetzt hat. In diesem Jahr hat die Schauspielerinn Inger Nilsson, als erste Schauspielerin (und Schauspieler) die "Gullspira" erhalten. Ihre Gestaltung von Pippi Langstrumpf hat sie weltberühmt gemacht, und in der Begründung für den Preis wird hervorgehoben, dass sie durch ihre Person und ihren Beruf in zahlreichen Verfilmungen beliebter Kinderbücher ein großes Publikum unterhalten hat – sie ist ein sehr starkes Vorbild für viele Kinder.




Schließlich wird der Publikumspreis vergeben – die Spielfilme, die im Laufe des Jahres am meisten gesehen werden, können den Preis gewinnen, und das Publikum entscheidet durch Abstimmung über seinen Favoriten. Der beliebteste Film des Jahres 2023 laut Publikum war „Beck – Inferno“. Der Film ist der 49. Film über Kommissar Martin Beck und sein Team.


Die Preisträger in den weiteren Kategorien werden von einer speziellen Jury entschieden. In offenen Diskussionen wählt sie aus den Nominierten aller Preiskategorien den Guldbagge-gewinner aus. Der Ehrenpreis „Hedersguldbaggen“ wird von der Leitung des Schwedischen Filminstituts ausgewählt.

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